ADOLF SÜDKNECHT – IM KELLER!

ADOLF SÜDKNECHT – IM KELLER!

ADOLF SÜDKNECHT – IM KELLER!

Ein Theaterstück über das Ende des Zweiten Weltkriegs in einem Luftschutzraum

Uraufführung: Donnerstag, 01. Oktober 2015, 20:00 Uhr

Aufführungsort: Abfüllkeller der ehemaligen „Branntwein- und Likörfabrik Wilhelm Horn“, Prellerstraße 54, 04155 Leipzig-Gohlis

Die persönlichen Erlebnisse und Empfindungen einer Familie vor dem Hintergrund des Kriegsendes 1945.

Die Zuschauer werden gebeten, warme Kleidung anzuziehen bzw. eine Decke mitzubringen und außerdem einen oder zwei für sie persönlich wichtige Gegenstände der Erinnerung.

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Die Kritik

Leipziger Volkszeitung:

„Zwischenmenschliches und Tragikomisches im Luftschutzkeller… Lachen und Bangen… Großartig: Adolf Südknecht in der alten Likörfabrik… Was die Theatertruppe… aufzieht ist – na ja, der Kritiker traut sich: Bombenunterhaltung… Von Beginn an sind die Zuschauer mittendrin… als Teil der Handlung… Im Keller offenbaren sich… viele kleine Dramen… In dieser bedrückenden Atmosphäre schafft die Truppe mühelos den heiklen Balanceakt zwischen heftigen Emotions-Eruptionen, innigen Momenten und hartem Humor… Der Zuschauer bekommt ein authentisches Gefühl für die explosive Mischung aus Angst, Verzweiflung und Wut… Theater, das an und unter die Haut geht.“

Kreuzer online:

„Der Adolf-Südknecht-Gruppe gelingt ein frappierender Balanceakt. … Die Grundstimmung der Bedrückung, die Menschen zwischen Angst und Verblendung hineingeworfen in eine Situation der Machtlosigkeit befällt, im Publikum zu erwecken, schaffen sie erstaunlich gut. … Mit dem Mut auch zu leisen Momenten bis hin zum Nichtspassieren agieren dabei die Theatermacher. … Es sind viele berührende Momente darunter… Wohl dosiert finden sich hier historische Details und Zeitkolorit eingestreut. Sie sind genauso wenig überbordend wie die manchmal zur Auflockerung gegebenen humoristischen Momente. Dank dramaturgischem wie darstellerischem Feingefühl kommt hier vor allem kollektive Beklemmung jenseits des Historien-Kitsches auf. Keine kleine Leistung.“

Das Team

Claudius Bruns – Musik, Schauspiel

August Geyler – Schauspiel

Armin Zarbock – Schauspiel

Hanin Tischer – Schauspiel

Jorik Habicht – Schauspiel

Alexander Wachsmuth – Bühne, Licht

Susann Schreiber – Produktion

Matthias Stein – Spezialeffekte

Falko Köpp – Assistenz

Das Konzept

Das Theater ADOLF SÜDKNECHT will sich mit einem Ort auseinandersetzten, der im Menschen die widersprüchlichsten Gefühle zugleich auslösen kann: Sicherheit und Ungewissheit, Erleichterung und Belastung, Vertrauen und Skepsis, Beruhigung und Beklemmung, Hoffnung und Sorge, Geborgenheit und Todesangst. ADOLF SÜDKNECHT – IM KELLER! versetzt Familie Südknecht in einen Luftschutzraum.

Luftschutzräume, ersonnen im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs angesichts der Bedrohung durch Bombardierungen, sollen bis in die heutige Zeit Menschen Schutz vor Angriffen gewähren. Das Theater ADOLD SÜDKNECHT möchte ergründen, welchen Gedanken, Gefühlen und Geschichten Menschen im Vorfeld eines unmittelbaren Luftangriffes in dieser klaustrophobischen Beengtheit nachhängen. Exemplarisch soll dafür ein Luftangriff der Alliierten einen Monat vor der Kapitulation Deutschlands, also im April 1945, stehen.

Die Familie Südknecht hat sich in einen Luftschutzkeller geflüchtet. Genauer: In den riesigen Abfüllkeller der damaligen „Branntwein- und Likörfabrik Wilhelm Horn“ in Leipzig Gohlis. Diesen großräumigen Keller gibt es heute noch und dort soll auch gespielt werden. Hier treffen die Südknechts auf andere Schutzsuchende und im späteren Verlauf auf einen sich dort versteckenden Flüchtling. Im Gewahr werden des nahen Endes des Krieges in der beklemmenden Atmosphäre des unterirdischen Schutzkellers resümieren die Figuren ihr Leben. Die Atmosphäre in der Mischung aus Todesangst und erzwungener Gemeinschaft lässt sie neben der Sorge um das Überleben über die vergangenen Jahre, die Organisation des Alltags im Krieg und über die Rechtmäßigkeit desselben sinnieren. Schließlich verschüttet ein Bombentreffer die Ausgänge…

Konkret wurden in besagten Räumen durch Sprengbomben tatsächlich Menschen verschüttet (siehe Auszug aus dem Gedenkheft). Das Projekt ist auch ein Gedenken an den verheerendsten Krieg in der Geschichte der Menschheit, dessen Ende sich 2015 zum siebzigsten Male jährt. Es ist außerdem ein Beitrag zum 1000jährigen Stadtjubiläum von Leipzig, ein Wink Geschichte aus dem Jahr, in dem mit dem „tausendjährigen Reich“ das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte beendet wurde.

Als Textquellen dienen sowohl frei improvisierte Gespräche und Erlebnisse als auch Kriegsliteratur sowie Berichte von Zeitzeugen. Auch Erzählungen und Interviews über Flüchtlinge in Schutzräumen aus heutiger Zeit sollen einfließen. In dem Projekt soll die Analogie zu heute in Bezug zur Situation und den Empfindungen der Menschen damals herausgearbeitet werden, um deutlich zu machen, wie zeitgemäß das Thema ist. Dass die Thematik bis heute an Aktualität nichts verloren hat, zeigt sich z.B. in Syrien, in Israel oder in Protokollen aus Donezk in der Ostukraine, der Millionenstadt hier in Europa, in der die Bewohner sich auch im Jahr 2014 in Bunkern zum Schutz vor Bombenangriffen verstecken müssen.

Das Theater ADOLF SÜDKNECHT verbindet das private Schicksal einer Familie und ihres Umfeldes mit authentischer Kriegs- und Überlebensgeschichte, um nachzuspüren und zu erforschen, wie kriegerische Gewalt Menschen verändert und prägt. Durch den außergewöhnlichen Spielort und die Kopplung von Theaterformen, der Theaterimprovisation und dem Verabredungstheater, sowie dem Springen zwischen damals und heute wird sich zudem eine eigene Ästhetik herausbilden.

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